Es war ein Tag, an dem die Erde im Günztal nicht zur Ruhe kam. Über Obergünzburg, in unmittelbarer Nähe zum eiszeitlichen Geotop der Teufelsküche, lag ein beständiges, tiefes Grollen, das nicht von einem herannahenden Frühjahrsgewitter stammte. Es war das Donnern der schweren Motoren der 8. US-Luftflotte. Während die massiven Bomberströme über die Landschaft glitten, wurde es am hellichten Tag finster. Das Erbeben des Bodens und das Klirren der Fensterscheiben waren das physische Vorzeugnis eines herannahenden Untergangs, der die vertraute Heimat in ein Schlachtfeld zu verwandeln drohte.
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12. April 1945
1. Einleitung: Der Tag, an dem der Himmel im Günztal dunkel wurde
Es war ein Tag, an dem die Erde im Günztal nicht zur Ruhe kam. Über Obergünzburg, in unmittelbarer Nähe zum eiszeitlichen Geotop der Teufelsküche, lag ein beständiges, tiefes Grollen, das nicht von einem herannahenden Frühjahrsgewitter stammte. Es war das Donnern der schweren Motoren der 8. US-Luftflotte. Während die massiven Bomberströme über die Landschaft glitten, wurde es am hellichten Tag finster. Das Erbeben des Bodens und das Klirren der Fensterscheiben waren das physische Vorzeugnis eines herannahenden Untergangs, der die vertraute Heimat in ein Schlachtfeld zu verwandeln drohte.
Der 12. April 1945 markiert für das Allgäu eine historische Zäsur. Es war der Moment, in dem die trügerische Sicherheit des Hinterlandes endgültig zerbrach. Während die Alliierten – allen voran die 7. US-Armee unter General Patton – unaufhaltsam auf die Iller-Linie vorstießen, entschied sich zwischen Obergünzburg, Kaufbeuren und Kempten das Schicksal tausender Menschen.
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