1. Ausgabe Kleine Beiträge zur Geschichte von Obergünzburg

#1 Kleine Beiträge zur Geschichte von Obergünzburg von 1919

Diese Beiträge werden von der Heimatgemeinde Obergünzburg als gelegentliche Früchte ihrer Arbeiten veröffentlicht. Sie sollen in zwangloser Folge fortgesetzt werden.


Kindersterblichkeit In Obergünzburg (1682-1759)

Die Kirchenrechnungen der Pfarrkirche geben regelmäßig die Zahlen der Kindsleichen an. Diese Zahlen erlauben Rückschlüsse auf die gesundheitlichen und kulturellen Verhältnisse der Pfarrei.

Grafische Darstellung der Kindersterblichkeit in Obergünzburg von 1682 bis 1759 basierend auf den angegebenen Zahlen. Die Grafik zeigt die Anzahl der Kindsleichen pro Jahr und ermöglicht Rückschlüsse auf die gesundheitlichen und kulturellen Verhältnisse der Pfarrei in dieser Zeit.
Grafische Darstellung der Kindersterblichkeit in Obergünzburg von 1682 bis 1759 basierend auf den angegebenen Zahlen. Die Grafik zeigt die Anzahl der Kindsleichen pro Jahr und ermöglicht Rückschlüsse auf die gesundheitlichen und kulturellen Verhältnisse der Pfarrei in dieser Zeit.

Die Zahlen erreichen oder übersteigen trotz geringerer Einwohnerzahl den Durchschnitt der neueren Zeit.


Baugeschichte des Kirchleins in Immenthal

Die Rechnungen der Pfarrkirche bieten viele Einzelheiten zur Baugeschichte des Kirchleins in Immenthal:

1689: Das Kirchlein wurde zumindest teilweise neu gebaut und erhielt auch einen neuen Dachstuhl. Ziegel lieferte die Ziegelei von Liebenthann, Kalk kam von Peterkay aus Wörth bei Probstried sowie von den Hiebelers aus Stoßberg und Börwang.

1691: Der Maler Georg Wassermann aus Autenried arbeitete im Kirchlein.

1695: Es wurde an der Einrichtung des Kirchleins von Immenthal gearbeitet, darunter auch Bildhauerarbeiten für die Kanzel. Der Turm mit Glockenstuhl wurde ebenfalls in diesem Jahr vollendet.

1697: Der Pfarrer und Dekan Wintergerst starb. Statt seiner nahm der Frühmesser die Benediktion der Immenthaler Kirche vor und erhielt dafür 1 fl 20 kr.

1700: Als Abschluss des Kirchenbaus in Immenthal wurde die Hängung der Glocke erwähnt, die 44 fl kostete. Diese von Mich. Weingarten in Kempten gegossene kleinere Glocke befindet sich noch heute auf dem Turm.

1702: Zum Altar der Immenthaler Kirche trug die Pfarrkirchenstiftung 28 fl bei, zusätzlich zu den Gaben der Wohltäter.

1720: Das Glöcklein der Immenthaler Kirche wurde vom Glockengießer Christian Schürmeister in Kempten umgegossen und geweiht. Der Zimmermeister Jakob Blenckh in Immenthal erhielt für den neuen Glockenstuhl 3 fl 12 kr.

1724: Es gab erneut Bauarbeiten an der Immenthaler Kirche. Jakob Möst aus Immenthal stiftete 2 fl zum Rundell.


Alte Obergünzburger

In den Kirchenrechnungen werden zahlreiche Männer erwähnt, die hier gearbeitet haben. Hier sind einige davon:

1682: Mich. Herz war Heiligenpfleger (bis 1708).

1686: Hans Holzhey aus Gronoy (einem abgegangenen Weiler bei der Schobermühle).

1688: Balthus Herz, Sägmüller zu Bremberg.

1690: Johann Kutz, Barbierer, war Heiligenpfleger und legte in den nächsten Jahren mit Mich. Herz Rechnung ab.

1697: Pfarrer und Dekan Wintergerst starb in Haldenwang.

1707: Pfarrer Elisäus Winkler (ist in der Pfarrkirche begraben).

1708: Heiligenpfleger Amann Mich. Herz starb. An seine Stelle trat Mich. Schaull, Wirt und Gastgeber (später Schall geschrieben). In den Rechnungen werden auch Pfarrer Joh. Georg Prack und Joh. Michael Biechteler, Schulmeister, erwähnt.

1709: Claß Kößler, Vorsänger aus dem Kirchenchor, erhielt für einen deutschen Gesang eine Extravergütung von 15 kr.

1709: Johannes Ehring, Orgelmacher aus Aitrang, arbeitete hier.

1714: Lukas Winkler erschien als Pfarrer.

1716: Georg Ehringer, Orgelmacher aus Aitrang, arbeitete an der Orgel.

1718: Der Orgelmacher aus Dietmannsried arbeitete hier.

1723: Jakob Rehr, Mesner in Immenthal.

1724: Freiherr F. v. Stuben, Pfleger der hochfürstlichen kemptischen Pflege Liebenthann-Obergünzburg, starb.

1731: Frühmesser H. v. Grenzing (einmal Krentzing geschrieben). 1733 unterschrieb er sich als Joseph Antoni von Grenzing in Straßberg, hochfürstlicher kemptischer geistlicher Rat und Benefiziat.

1733: Pfarrer Adam Maser. Der Eremit Bruder Remigius Maurus stiftete einen Jahrtag. Pfarrmesner war Jakob Widmer, der Bruder des Pfarrers Heinrich Widmer aus Engetsried.

1733: Constantin Bay, Oberjäger.


1. Ausgabe Kleine Beiträge zur Geschichte von Obergünzburg
1. Ausgabe Kleine Beiträge zur Geschichte von Obergünzburg
Quelle: Obergünzburger Tagblatt von 1919

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