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15. April 1945

Ein fahles Frühlingslicht liegt über Obergünzburg, doch der eiskalte Wind bringt keine Hoffnung, sondern treibt dunkle Schatten vor sich her. Am heutigen 15. April 1945 wird das nahegelegene KZ-Außenlager Riederloh bei Kaufbeuren in panischer Hast geräumt – für die ausgemergelten Häftlinge beginnt eine Fahrt ins Ungewisse, die für viele auf den Todesmärschen enden wird
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14. April 1945

Ein feuchter Nebel liegt über Obergünzburg, doch die Gerüchte um eine „Alpenfestung“ lassen den Menschen das Blut in den Adern gefrieren. Während US-Truppen am 14. April weiter in Bayern vorrücken, debattieren Generäle über einen wahnwitzigen Endkampf direkt vor unserer Haustür.
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13. April 1945

Ein nasskalter Dauerregen verwandelt die Straßen des Allgäus in tiefe Schlammpisten. Während die Menschen in Obergünzburg schutzsuchend in ihren Häusern ausharren, zerbricht im Norden an diesem 13. April die deutsche Front endgültig – die Heeresgruppe G versinkt im militärischen Chaos.
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12. April 1945

Das ohrenbetäubende Dröhnen amerikanischer Bombergeschwader versetzt Obergünzburg am 12. April in Todesangst. Während das Nachbarstädtchen Kaufbeuren wie durch ein Wunder verschont bleibt und die Bomben auf Kempten fallen, reißt die militärische Befehlskette endgültig ab – und ein neuer Führerbefehl fordert den Untergang unserer Städte.
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11. April 1945

Ein Klima der tödlichen Angst erfasst das Allgäu: Am 11. April 1945 errichtet das NS-Regime in München ein drastisches Standgericht. Wer in Obergünzburg oder anderswo auch nur daran denkt, seine Heimat durch eine weiße Fahne vor der Zerstörung zu retten, wird von den eigenen Landsleuten mit dem sofortigen Tod bedroht.
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10. April 1945

Ein neuer, fataler Befehl aus Berlin zwingt die deutschen Städte in den „Endkampf“, und in Coburg zeigt sich heute, was das bedeutet: Zerstörung, Artilleriefeuer und zersprengte Brücken. In Obergünzburg wächst die nackte Angst, dass auch das Allgäu dem fanatischen Zerstörungswahn der eigenen Truppen zum Opfer fallen wird.
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9. April 1945 – „Völlige Apathie“ an der zersplitterten Front und das Warten auf das Unausweichliche

Die deutsche Front zerbricht, und die Siegeszuversicht ist endgültig verloren. Ein schonungsloser Frontbericht offenbart heute die „völlige Apathie“ der verbliebenen Wehrmachtssoldaten, während die Menschen in Obergünzburg in lähmender Angst auf die unaufhaltsam anrückende US-Armee und die ständige Bedrohung vom Himmel blicken.