Schlagwort-Archiv: Coburg

11. April 1945

1. Die trügerische Stille des Frühlings

Der 11. April 1945 markiert einen jener Tage in der bayerischen Zeitgeschichte, an denen die Natur und das mörderische Endspiel des NS-Regimes in einem fast unerträglichen Kontrast standen. Während im Allgäu das Günztal rund um Obergünzburg im frischen Frühlingsgrün erwachte und die bizarren Felsblöcke der „Teufelsküche“ im milden Licht lagen, herrschte im Norden des Freistaats bereits das nackte Chaos. In Coburg bebte die Erde unter schwerem US-Artilleriebeschuss. Doch während die US-Armee unaufhaltsam vorrückte, klammerte sich der fanatische Widerstand an Symbole des Untergangs: Auf der geschichtsträchtigen Veste Coburg befahl ein Waffen-SS-Offizier an diesem Tag unter Androhung härtester Strafen, eine bereits gehisste weiße Fahne wieder zu entfernen. Es war das Fanal für einen Wahnsinn, der die „heimliche Hoffnung“ der Bevölkerung auf ein baldiges Ende in blutigen Terror verwandelte.

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10. April 1945

1. Einleitung: Der todbringende Frühlingstag im Allgäu

An diesem Apriltag des Jahres 1945 bot das Günztal ein Bild trügerischer Idylle, die jäh von der brutalen Realität des Zusammenbruchs zerrissen wurde. Während die Natur im Allgäu erwachte, befand sich die Region um Obergünzburg in einem Zustand der Agonie – es war das letzte Aufzucken der Nerven eines sterbenden Verwaltungsapparats. Von Norden und Westen her rückten die Spitzen der 7. US-Armee unaufhaltsam näher, während die Frontlinien der Wehrmacht längst in Auflösung begriffen waren.

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