Schlagwort-Archiv: Dynamit AG

15. April 1945

1. Einleitung: Die bleierne Stille vor dem Sturm

Der 15. April 1945 bricht über dem Allgäu mit einem fahlen Frühlingslicht an, das keine Wärme spendet. Ein eiskalter Wind fegt durch die Gassen von Obergünzburg und kündet vom bevorstehenden Zusammenbruch eines Regimes, das sich in seinen letzten, gewaltvollen Zügen windet. Nach dem zehrenden Dauerregen der vergangenen Tage liegt eine bleierne Schwere über der Landschaft. Während im Norden Bayerns die 7. US-Armee unaufhaltsam in Richtung Donau vorrückt, mischt sich in die Ungewissheit der lokalen Bevölkerung eine dunkle Vorahnung. Es ist die Stille vor einem Sturm, der nicht nur das Ende der Kampfhandlungen, sondern auch die Enthüllung tiefer menschlicher Abgründe bringen wird.

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11. April 1945

1. Die trügerische Stille des Frühlings

Der 11. April 1945 markiert einen jener Tage in der bayerischen Zeitgeschichte, an denen die Natur und das mörderische Endspiel des NS-Regimes in einem fast unerträglichen Kontrast standen. Während im Allgäu das Günztal rund um Obergünzburg im frischen Frühlingsgrün erwachte und die bizarren Felsblöcke der „Teufelsküche“ im milden Licht lagen, herrschte im Norden des Freistaats bereits das nackte Chaos. In Coburg bebte die Erde unter schwerem US-Artilleriebeschuss. Doch während die US-Armee unaufhaltsam vorrückte, klammerte sich der fanatische Widerstand an Symbole des Untergangs: Auf der geschichtsträchtigen Veste Coburg befahl ein Waffen-SS-Offizier an diesem Tag unter Androhung härtester Strafen, eine bereits gehisste weiße Fahne wieder zu entfernen. Es war das Fanal für einen Wahnsinn, der die „heimliche Hoffnung“ der Bevölkerung auf ein baldiges Ende in blutigen Terror verwandelte.

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